Warum dein „schwieriges” Kind vielleicht einfach nur hochsensitiv ist
- Irja Gerdes
- 7 days ago
- 3 min read
Warum dein „schwieriges” Kind vielleicht einfach nur hochsensitiv ist
Lesezeit: 6 Minuten
„Ihr Kind ist zu laut.”
„Ihr Kind ist zu wild.”
„Ihr Kind hört nicht zu.”
„Ihr Kind stört den Unterricht.”
Kennst du diese Sätze?
Von Lehrern. Von Erziehern. Vielleicht sogar von anderen Eltern.
Und jedes Mal fragst du dich:
„Was mache ich falsch?”
Lass mich dir etwas sagen
Du machst nichts falsch.
Und dein Kind ist nicht „schwierig”.
Dein Kind ist anders.
Und genau das wird in unserem Schulsystem oft als Problem gesehen.
Was, wenn dein Kind hochsensitiv ist?
Hochsensitivität bedeutet:
Dein Kind nimmt mehr wahr.
Es spürt mehr.
Es verarbeitet tiefer.
Das ist ein GESCHENK.
Aber in der Schule wird es oft als Problem gedeutet:
∙ Es kann sich nicht konzentrieren? → „ADHS?”
∙ Es reagiert emotional? → „Zu sensibel.”
∙ Es braucht Pausen? → „Faul.”
Aber die Wahrheit ist:
Hochsensitive Kinder sind nicht „zu viel”.
Sie sind genau richtig.
Sie brauchen nur eine andere Ansprache.
Die 5 häufigsten Missverständnisse über hochsensitive Kinder
1. „Das Kind ist zu empfindlich”
Nein.
Dein Kind hat ein feineres Nervensystem.
Es nimmt Reize intensiver wahr:
∙ Geräusche
∙ Licht
∙ Stimmungen
∙ Berührungen
Das ist keine Schwäche. Das ist eine Fähigkeit.
2. „Es stellt sich an”
Wenn dein Kind sagt: „Ich kann nicht mehr”,
dann KANN es wirklich nicht mehr.
Hochsensitive Kinder haben eine niedrigere Reizschwelle.
Was für andere Kinder „normaler Schulalltag” ist,
ist für sie Reizüberflutung.
3. „Es braucht mehr Struktur”
Hochsensitive Kinder brauchen nicht mehr Struktur.
Sie brauchen:
∙ Rückzugsorte
∙ Zeit zur Verarbeitung
∙ Weniger Reize
Nicht mehr Druck. Sondern mehr Raum.
4. „Das Kind ist verhaltensauffällig”
Nein.
Dein Kind reagiert auf eine Umgebung, die nicht für es gemacht ist.
Das ist nicht verhaltensauffällig.
Das ist eine gesunde Reaktion auf Überforderung.
5. „Es will nur Aufmerksamkeit”
Hochsensitive Kinder brauchen tatsächlich mehr Aufmerksamkeit.
Aber nicht, weil sie „schwierig” sind.
Sondern weil sie mehr Co-Regulation brauchen.
Sie müssen lernen, mit ihren intensiven Gefühlen umzugehen.
Und dafür brauchen sie dich.
Hochsensitiv oder neurodivergent?
Oft überschneiden sich:
∙ Hochsensitivität
∙ ADHS
∙ Autismus-Spektrum
∙ Hochbegabung
Das ist kein Problem.
Aber es bedeutet:
Dein Kind braucht einen individuellen Ansatz.
Nicht „die eine Lösung”.
Sondern einen Blick auf:
∙ Wie lernt MEIN Kind?
∙ Was braucht MEIN Kind?
∙ Wie kann ich MEIN Kind unterstützen?
Was du für dein hochsensitives Kind tun kannst
1. Glaub deinem Kind
Wenn es sagt: „Ich kann nicht mehr” – glaub ihm.
Hochsensitive Kinder manipulieren nicht.
Sie zeigen dir ehrlich, wo ihre Grenze ist.
2. Schütze es vor Reizüberflutung
∙ Pausen nach der Schule (KEINE zusätzlichen Aktivitäten)
∙ Ruhige Rückzugsorte
∙ Weniger Freizeitstress
Dein Kind braucht Zeit zum Runterkommen.
3. Erkenne seinen Lernstil
Hochsensitive Kinder lernen oft:
∙ Visuell (durch Bilder und Farben)
∙ Emotional (durch Geschichten und Verbindung)
∙ Mit viel Zeit zur Verarbeitung
Nicht durch Druck. Sondern durch Raum.
4. Heile DEINE Trigger
Wenn dein Kind „zu empfindlich” ist,
triggert das oft DICH.
Weil du vielleicht gelernt hast:
„Stell dich nicht an.”
„Reiß dich zusammen.”
Dein Kind darf empfindlich sein.
Und dafür darfst du DEINE eigenen Glaubenssätze heilen.
Meine Arbeit mit hochsensitiven Kindern
In meiner Arbeit als Kinesiologin und Elterncoach schaue ich:
Bei dir:
∙ Welche Trigger hat das Verhalten deines Kindes bei dir?
∙ Welche Glaubenssätze darfst du loslassen?
Bei deinem Kind:
∙ Ist es hochsensitiv, neurodivergent oder beides?
∙ Welcher Lerntyp ist es?
∙ Welche Blockaden gibt es?
Das Ergebnis:
Mehr Verständnis.
Weniger Kampf.
Mehr Leichtigkeit.
Dein hochsensitives Kind ist nicht „zu viel”
Es ist genau richtig.
Und wenn du lernst, es so zu sehen –
ändert sich alles.
Von Herzen,
Bettina Manz
Kinesiologin & Elterncoach
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